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Sehenswürdigkeiten

Niederkrüchten besitzt eine Reihe sehenswerter Bauten, vorwiegend aus dem kirchlichen Erbe.

Pfarrkirche St. Bartholomäus in Niederkrüchten

Die Pfarrkirche St. BartholomäusDurch die fast komplette flämische barocke Ausstattung (1693) hat diese spätgotische Hallenkirche im Zentrum von Niederkrüchten eine beachtenswerte Ausstrahlung und Tiefe, die nur wenige Gotteshäuser in der modernen Epoche aufzuweisen haben. Die erste Niederkrüchtener Pfarrkirche wurde von den Herren von Brempt im Jahre 1150 als Eigenkirche erbaut; es wird vermutet, dass vorher hier eine kleine Kapelle errichtet wurde. Von dieser Kirche ist heute noch ein romanisches Rundbogenportal vom jetzigen Turmbereich zum Innenraum der alten Kirche zu sehen.

Die erste Kirche wurde sicherlich auf einem Vorgängerbau errichtet, dafür sprechen vor allem die in den alten Fundamenten festgestellten römischen Mauerreste. Die heutige alte Kirche wurde 1485 erbaut, 1604 erweitert (der Turm wurde in der jetzigen Sichtweise erbaut) und Ende 1909 zum dreischiffigen Backstein-Hallenkirchenbau mit polygonalem Chor und Dachteller erneuert bzw. erweitert.

Pfarrkirche St. Martin in Oberkrüchten

Pfarrkirche St. MartinEine Kirche in Oberkrüchten erscheint bereits um 1400 als selbstständige Pfarrei, sie war wahrscheinlich ursprünglich eine Filiale der Niederkrüchtener Kirche. An Stelle der heutigen Kirche stand eine im gleichen Stil erbaute Kapelle. Die jetzige Kirche ist ein einschiffiger Barockbau vom Ende des 17. Jahrhunderts spätgotischen Chor und modernem Westturm (1901). Der spätgotische Chorraum stammt in der heutigen Ausgestaltung aus dem 15. Jahrhundert. Beim Brand von 1675 blieb der Chorraum erhalten. 1678 wurde das Langhaus gebaut. Bereits 1898 zeigte der Kirchturm erste Anzeichen einer Einsturzgefahr. So wurde er 1901 abgerissen und nach Plänen des Baurats Daniels ein neuer Turm errichtet. Beim Neubau des Turmes wurde ein Weihwasserbecken mit der Jahreszahl 1901 am Eingang der Kirche eingemauert.

Bei dieser Gelegenheit wurde ebenfalls auf der rechten Eingangsseite ein aus dem Jahre 1698 datierendes Weihwassergefäß angebracht. Die Kirche ist im Laufe der Zeit mehrfach renoviert worden. In den 90 Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche von Grund auf saniert. Hierbei wurden die Fundamente trockengelegt und Langhaus und Turm neu verschiefert. Mit der anschließenden Innenrenovierung erhielt die Kirche ihr heutiges Aussehen.

Pfarrkirche St. Laurentius in Elmpt

Pfarrkirche St. LaurentiusDer einheitliche Bau der Elmpter Pfarrkirche St. Laurentius entstammt offensichtlich dem 15. Jahrhundert. Die derzeit noch vorhandene alte Marienglocke mit der Jahreszahl 1441 deutet gleichzeitig auf diese Entstehungszeit hin. Der Turmaufbau stammt aus dem Jahr 1611, wie aus angebrachten Eisenankern zu schließen ist. Am 21. August 1889 wurde der Turmhelm durch einen heftigen Orkan abgeweht. Lediglich durch ein dürftiges, flaches Notdach mit aufgesetztem alten Kreuz und Hahn wurde in den folgenden 16 Jahren das Turmmauerwerk abgedeckt. Die Turmerneuerung eine Erweiterung der alten Kirche wurde beschlossen.

Durch diesen Erweiterungsbau ist erfreulicherweise die schöne Kreuzform der alten Kirche erhalten geblieben. Der Grundstein befindet sich hinter dem Hochaltar in der Mauer und trägt an der Außenseite die Jahreszahl 1905. An der Innenseite wurde dem Grundstein ein ehrwürdiges Vermächtnis, ein Stein aus den Katakomben, eingefügt; die Pfarre gelangte durch einen in Rom lebenden Studienkollegen des Pfarrers Olbertz in den Besitz dieses Steines.

Kapelle St. Maria an der Heiden

Die Kapelle St. Maria an der HeidenAm Diesberg in Overhetfeld steht die im Volksmund genannte „Elmpter Kapelle", die vermutlich von den Herren von Elmpt erbaut wurde. Die Kapelle „Maria an der Heide" wurde erstmalig 1703 in einem bischöflichen Bericht erwähnt. Die ursprüngliche Wallfahrtskapelle wurde im Jahre 1734 um einen Saal erweitert. Im Inneren beherbergt sie einen kleinen, kostbaren flandrischen Schnitzaltar. Er wurde etwa 1530/1540 in Antwerpen für das Kloster Gräfenthal nahe Kleve hergestellt. 1761 überließ ihn die Abtissin ihrer auf Dilborn lebenden Schwester. Der Altar soll für die Schlosskapelle zu groß gewesen sein und wurde deshalb der Elmpter Kapelle vom Schlossherrn geschenkt.

Die Anmeldung für eine Besichtigung / Führung erfolgt beim Pfarrbüro „St. Laurentius" in Elmpt unter der Telefonnummer 02163 / 81289 (Öffnungszeiten Pfarrbüro: Montag bis Donnerstag 09.30-12.00 Uhr, Freitag 15.00-17.00 Uhr).

Brempter Kapelle St. Georg

Die Brempter Kapelle St. GeorgZum wertvollsten kulturellen Erbe Niederkrüchtens gehört die St. Georgs-Kapelle von Brempt, die wahrscheinlich von den Herren der Burg Brempt aus gegründet wurde. Der einschiffige Ziegelbau mit dreiseitigem Chorverschluss wurde in spätgotischem Stil etwa um 1500, wahrscheinlich als Burgkapelle erbaut.

Die Anmeldung für eine Besichtigung / Führung erfolgt beim Pfarrbüro „St. Bartholomäus" in Niederkrüchten unter der Telefonnummer 02163 / 45130 (Öffnungszeiten Pfarrbüro: Dienstag bis Freitag 09.00-12.00 Uhr, Donnerstag und Freitag 15.00-16.00 Uhr).

Haus Elmpt

Das Haus ElmptDas Herrenhaus „Haus Elmpt" (15. Jahrhundert) mit einem barocken Torturm von 1750 ist ein schlossartiges und idyllisch gelegenes Anwesen. Haus Elmpt ist auf altem Siedlungsgrund aus fränkischer Zeit von den Herren von Elmpt erbaut worden und ist bereits seit 1202 der Stammsitz des gleichnamigen Geschlechts. Die Gutsanlage stammt im Kern aus dem 15. Jahrhundert und wurde im 18. und 19. Jahrhundert mehrfach verändert. Zurzeit ist das Haus in Privatbesitz und nicht von innen zu besichtigen.

Rundreise durch die Gemeinde Niederkrüchten

Wir beginnen unsere kurze Reise durch die schöne Gemeinde im Ortsteil Ryth, in dessen Nähe sich die Schwalm durch das Wehr der Pannenmühle zwängt, einer ehemaligen Ölmühle aus dem 17. Jahrhundert, die früher als Zollhaus an der Grenze zwischen den spanischen Niederlanden und dem Herzogtum Jülich diente.

Im weiteren Verlauf fließt die Schwalm am Ort Niederkrüchten vorbei, der in einem sanierten Ortskern die spätgotische Hallenkirche St.Bartholomäus (15. Jahrhundert) mit flämischer Barockausstattung (1693) beherbergt.

Neben diesem sehenswertem kirchlichen Erbe ist auch die Pfarrkirche St. Martin in Oberkrüchten (16. Jahrhundert) zu erwähnen.

Das fleißige Flüßchen "Schwalm" bewegte ab dem 13. Jahrhundert eine Vielzahl von Öl- und Getreidemühlen. Eine dieser typischen Mühlen ist die Brempter Mühle. Sie wird erstmals 1575 erwähnt und gehörte zur Burg Brempt der Grafen von Bylandt. Im 19. Jahrhundert wurde hier ausschließlich Mehl gemahlen, daraufhin wurde der Mahlbetrieb eingestellt.

Der Ort Brempt ist ein vielbesuchter Treff für Wanderer, Radfahrer und Wassersportler, die von hier aus auf den gut angelegten Wegen die vielfältigen Sumpf- und Auenlandschaften der Schwalm bis zu ihrer Einmündung in den Hariksee erforschen können.

Brempt ist durch die Brempter Kapelle St. Georg aus dem 15. Jahrhundert mit dem "Kruzifix" (ältester Kunstgegenstand der heutigen Gemeinde Niederkrüchten) ebenfalls ein geschichtlich sehenswerter Ort. Gaststätten und Restaurationsbetriebe laden den Erholungssuchenden zum Verweilen ein.

Unsere Rundreise führt uns nun weiter nach Elmpt.

Neben einer Vielzahl von Gaststätten sowie Hotel- und Restaurationsbetrieben befindet sich hier der Sitz der Verwaltung in einem im Jahre 1983 errichteten Rathaus.

Für den geschichtlich Interessierten bieten sich eine Besichtigung des Turmes der St. Laurentius-Kirche (13. Jahrhundert), das gegen Ende des 19. Jahrhunderts stammende "Haus Hansen" (weißes Häuschen) sowie ein Blick auf das im Park gelegene Haus Elmpt (Herrenhaus) aus dem 15. Jahrhundert mit einem barocken Torturm aus dem Jahre 1750 an.

Folgen wir dem weiteren Verlauf der Schwalm, so gelangen wir zum sehr schönen und ruhig gelegenen Ortsteil "Overhetfeld". Idyllisch gelegene Campingplätze laden zum Verweilen ein. Es besteht auch die Möglichkeit, interessante Rad- bzw. Wandertouren durch ausgedehnte Waldgebiete, die Schwalmauen oder das Naturerlebnisgebiet zu unternehmen.

"Schwalmauen Dilborner Benden"

Hier wurde die bisher in geradem Verlauf fließende Schwalm durch eine aufwendige Renaturierungsmaßnahme zurück in ihr altes Bett verlegt. Gleichzeitig wurden ökologische Verbesserungsmaßnahmen zur Entwicklung auentypischer Biotopstrukturen (Tümpel, Altwässer, Sumpf- und Röhrichtflächen, feuchte Wiesen und Auenwälder) und die Renaturierung größerer Gewässerabschnitte vorgenommen.

Nachfolgend abgebildet und umrahmt von alten Eichenbäumen im Ortsteil Overhetfeld ist die Elmpter Kapelle "Maria an der Heiden".

Die Elmpter Kapelle ist eine ursprüngliche Gnadenkapelle, ein Backsteinbau aus dem Jahre 1703 mit einem Altar, der das Gnadenbild der Gottesmutter birgt und einem herrlichen Schnitzaltar aus der Zeit um 1530/40.

Das untenstehende Foto zeigt einen Teil des Venekotensees. Der Venekotensee ist im Zuge von Auskiesungen in der Schwalmaue im Bereich der Ortschaft Overhetfeld entstanden. Der See hat heute eine Fläche von zirka 114.842 qm und wird von einem Angelsportverein, der auch die Nutzung für den Boots- und Tauchsport organisiert, bewirtschaftet. Während der Ferien und besonders an den Wochenenden finden hier viele Naherholungssuchende Stunden der sportlichen Betätigung und Entspannung. Wander- und Reitwege laden zu Exkursionen, zur Erforschung der vielfältigen Natur und zur Erholung ein. Im Ortsteil Venekoten findet der Besucher zwei Tennisanlagen und ein Hotel mit Pferdepension.

Landesweite Bedeutung hat neben den Natur- und Landschaftsschutzgebieten "Wacholderheide, Boschbeektal und Lüsekamp" das wegen seines Artenreichtums bekannte Elmpter Schwalmbruch. Es stellt einen Teil des neugeschaffenen Naturerlebnisgebietes dar, welches erst kürzlich mit erheblichen Aufwendungen eingerichtet wurde.

Als letzter Zeuge eines ausgedehnten Moor und Auenkomplexes zeigt das Elmpter Schwalmbruch heute, wie artenreich und vielfältig das gesamte Tal der Schwalm einmal gewesen ist.